Fördern und Fordern

Grundsätzliches

Zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass eine bildungsgerechte Teilhabe aller Schüler*innen nur gelingt, wenn nicht nur die leistungsschwachen, sondern auch die leistungsstarken Kinder ausreichende Förder- und Fordermöglichkeiten erhalten.

Auch dem Team der Europaschule ist es ein großes Anliegen, stetig (unterrichtliche) Strukturen zu vermeiden und zu minimieren, die Einzelne ausschließen bzw. die Teilhabe erschweren oder gar verhindern. Somit hat sich gleichermaßen eine Förderkultur für Kinder mit Lernschwierigkeiten wie auch eine Forderkultur für Kinder mit besonderen Potenzialen entwickelt.

Im Mittelpunkt der Unterrichtsentwicklung an der Europaschule Kamp-Lintfort stehen folglich u.a. die multiprofessionelle Entwicklung des Unterrichts durch kooperative Förder- Forderplanung und schulische Förder-Forderkonzepte vom Fachunterricht bis hin zur Begabtenförderung.

Wir sind von Anfang an davon ausgegangen, dass „Fördern und Fordern“ im Umgang mit Vielfalt nicht voneinander zu trennen sind. So gehört der SegeL-Unterricht als durchgängiges Unterrichtskonzept in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik mit kompetenzorientierten Lernplänen, die von dem Kollegium der Europaschule selbst entwickelt werden (u.a. Arbeit mit niveaudifferenzierten Pflicht- und Wahlaufgaben, (Selbst-)Checklisten, Kompetenzrastern, etc.) zum schulischen Alltag, das durch weitere Förder- und-Forderangebote ergänzt wird:

Lernbüros
In den Lernbüros, die parallel zum Hauptfachunterricht stattfinden, arbeiten einzelne Schüler*innen, in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik selbstständig mit vorgegebenem Förder – oder Fordermaterial.
Die Lerninhalte der Lernbürostunden entsprechen den schuleigenen Lernplänen. Jede/r Schüler*in entscheidet nach Beratung der Fachlehrer*innen, an welcher Aufgabe des Lernplans bzw. zusätzlichen Aufgabe er oder sie arbeitet.

Schüler*innen helfen Schüler*innen
Der Name ist Programm: Leistungsstarke Schüler*innen der Jahrgangsstufen 9 und 10 helfen Schüler*innen der Jahrgangstufen 5 und 6 beim Lernen, Üben oder bei der Vorbereitung auf eine Klassenarbeit. Durch den Austausch mit den jeweiligen Fachlehrer*innen der zu betreuenden Schüler*innen wird hierbei abgeklärt, wo besonderer Förderbedarf besteht.

FoP-FöP- Offenes Angebot
Hier haben Schüler*innen aller Jahrgangstufen die Gelegenheit, auch spontan, an einem Förder- oder Forderangebot in den Hauptfächern, betreut durch Fachlehrer*innen teilzunehmen.

FoP- und FöP-Werkstätten
Die Förderprofil – oder Forderprofil-Werkstätten bieten den Schüler*innen der Jahrgangstufen 8-10 die Möglichkeit ein temporäres Intensivförder- bzw. Intensivforderangebot, betreut durch Fachlehrer*innen, wahrzunehmen.

ZAP-Werkstätten
Die speziell für die Schüler*innen der Jahrgangstufe 10 eingerichteten ZAP-Werkstätten bereiten intensiv auf die Zentrale Abschlussprüfung in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch vor.

Student*innen helfen Schüler*innen
Durch die Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg Essen im Rahmen des Inidve-Projektes haben wir die Möglichkeit, dass Studierende im Rahmen unseres „Förder-und Forder-Konzeptes“ eine individuelle Förderung in Kleingruppen von Schüler*innen der Jahrgangstufe 10 im Rahmen der Vorbereitung für die zentrale Abschlussprüfung durchführen.

Kleingruppen- und Einzelförderung von Schüler*innen mit sonderpädogischem Förderbedarf
Die Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf nehmen in der Regel natürlich am gemeinsamen Unterricht teil. In Absprache mit den jeweiligen Fachlehrer*innen findet jedoch bei Bedarf und zur regelmäßigen Überprüfung der individuellen Förderziele Kleingruppen- und Einzelförderstunden mit dem betreuenden Förderpädagogen statt.

Sprachföderunterricht
Unsere Seiteneinsteigerkinder erhalten lernplanunterstützenden Sprachförderunterricht im Fach Deutsch. Hierbei sollen die Schüler*innen gemäß ihres Sprachniveaus in die Lerninhalte der Lernpläne im Regelfach Deutsch einbezogen werden und am Ende einer jeden Einheit eine eigens für sie konzipierte Klassenarbeit schreiben können. Damit soll der Prozess der Integration der Seiteneinsteiger*innen in ihre Stammklassen zusätzlich zum regulären Sprachförderunterricht unterstützt werden. Die Lerninhalte einer jeden Einheit werden nach Absprache mit den Fachlehrer*innen an das Sprachniveau der Seiteneinsteiger*innen angepasst. Auch hier werden wir von Studierenden der Universität Duisburg-Essen unterstützt.